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Eine neue Periode bricht an: Zukunft ohne Abfall 

24. März 2025 | zuletzt aktualisiert am 07. März 2025
Auf dem Bild sieht man verschieden Mehrwegprodukte für die Periode.z. B. Mehrwegbinden und Menstruationscups.

Anlässlich vom „International Day of Zero Waste“ möchten wir das Abfallvermeidungspotenzial durch Mehrwegperiodenprodukte vorstellen.

Umweltfreundlich mit Mehrwegprodukten

Jeden Monat fallen durch die Menstruation etwa 35 Hygieneprodukte als Abfall an – das summiert sich auf rund 420 Produkte pro Jahr und unfassbare 16.800 Einwegartikel im Laufe eines Lebens. Da diese Produkte nicht recycelbar sind, landen sie im Restmüll und werden in Müllverbrennungsanlagen entsorgt. 

Vergleicht man diese Menge mit dem Verbrauch von Toilettenpapier, wird das Ausmaß besonders deutlich: Eine Person nutzt im selben Zeitraum etwa 3.652 Rollen Klopapier – ein Bruchteil der Wegwerfprodukte, die durch Menstruationshygiene anfallen.  

Angesichts dieser Zahlen wird klar: Es gibt dringend Handlungsbedarf, um den Abfall zu reduzieren. Glücklicherweise gibt es mittlerweile nachhaltige Alternativen, die nicht nur die Abfallmenge verringern, sondern auch gesundheitliche Vorteile und mehr Komfort bieten. Dieser Artikel stellt einige dieser Alternativen vor und betrachtet ihre Auswirkungen auf die Abfallwirtschaft. 

Unterscheidung von Periodenprodukten: Tampons vs. Binden 

Bei Damenhygieneprodukten wird grundsätzlich zwischen zwei Kategorien unterschieden: Produkte, die innerhalb (wie Tampons) und solche, die außerhalb (wie Binden) des Körpers getragen werden. Je nach Vorliebe und Bedarf greifen viele Frauen entweder auf das eine oder das andere zurück, manchmal auch auf eine Kombination beider. Beide bestehen meist aus einer Kombination von Baumwolle, Kunststoffen und absorbierenden Materialien – Stoffe, die nicht biologisch abbaubar und nur schwer recyclebar sind. Aufgrund ihrer geringen Größe und Materialbeschaffenheit sind diese Hygieneartikel für mechanische Sortieranlagen nicht trennbar, wodurch sie direkt als Restmüll behandelt werden. 

In den letzten Jahren gab es immer wieder kritische Berichte über Tampons. Eine Studie zeigte, dass fast alle Tampons Schwermetalle oder andere giftige Bestandteile enthalten. Auch Infektionen durch Tampons sind leider keine Seltenheit. Als Alternativen zu Tampons haben sich Menstruationstassen etabliert.

Menstruationstassen: Nachhaltige Lösung mit Herausforderungen

 

Menstruationstassen bestehen meist aus medizinischem Silikon und können jahrelang wiederverwendet werden. Sie erzeugen keinen Verpackungsmüll, benötigen keine zusätzlichen Materialien wie Applikatoren und reduzieren somit den Ressourcenverbrauch erheblich. Durch den sicheren Sitz und den Vakuumeffekt sind sie auslaufsicher und bieten hohen Tragekomfort. Außerdem müssen sie seltener geleert werden als Tampons gewechselt werden müssen. 

Allerdings gibt es einige Herausforderungen: Die Handhabung erfordert etwas Übung, insbesondere das richtige Einsetzen und Entfernen. Zudem kann die Reinigung in öffentlichen Toiletten komplizierter sein, da ein Waschbecken für eine hygienische Reinigung erforderlich ist. Ein weiterer Punkt ist die mögliche Wechselwirkung mit bestimmten Verhütungsmitteln wie Spiralen, bei denen das Vakuum zu einer Verlagerung führen könnte.

Überblick der Vor- und Nachteile von Menstruationstassen

 
  • Einmalige Anschaffung, keine laufenden Kosten

  • Platzsparend auch für den Urlaub

  • Auslaufsicher 

  • Angenehm zu tragen 

  • Umweltfreundlich durch mehrfaches Verwenden

  • Können auch über 5 Std. (je nach Stärke der Periode) verwendet werden 

  • Quasi unsichtbar (kein sichtbares Bändchen) praktisch z. B. bei Saunabesuchen 

  • Können auch im Urlaub im Meer oder allgemein beim Schwimmen verwendet werden oder in der Badewanne 

  • Lässt sich sehr gut reinigen und damit Bakterienbildung vermeiden 

  • Einsetzen und Ausleeren braucht ein wenig Übung 

  • Kann bei Verhütungsmitteln wie Spiralen oder Kettchen nicht verwendet werden

  • An öffentlichen Toiletten ist Reinigen nicht optimal 

Menstruationsscheiben: Eine weitere Alternative

Aus abfallwirtschaftlicher Sicht stellen Menstruationsscheiben eine sinnvolle Ergänzung zu Menstruationstassen dar. Ihre Wiederverwendbarkeit trägt erheblich zur Reduktion von Hygieneabfällen bei und entlastet die Umwelt. Ein langfristiger Wechsel von Einwegprodukten zu diesen Mehrweglösungen kann die Menge an nicht-recycelbarem Abfall drastisch verringern. 

Überblick der Vor- und Nachteile von Menstruationsscheiben

  • Einmalige Anschaffung, keine laufenden Kosten

  • Platzsparend auch für den Urlaub

  • Auslaufsicher 

  • Angenehm zu tragen 

  • Umweltfreundlich durch mehrfaches Verwenden

  • Können auch über 5 Std. (je nach Stärke der Periode) verwendet werden 

  • Quasi unsichtbar (kein sichtbares Bändchen) praktisch z. B. bei Saunabesuchen 

  • Können auch im Urlaub im Meer oder allgemein beim Schwimmen verwendet werden oder in der Badewanne 

  • Lässt sich sehr gut reinigen und damit Bakterienbildung vermeiden 

  • Höhere Anschaffungskosten

Alternativen zu Binden: Periodenunterwäsche 

Eine weitere umweltfreundliche Option sind Periodenunterhosen, die in verschiedenen Formen und Farben erhältlich sind. In diese Unterwäsche ist die Binde bereits integriert, was sie deutlich komfortabler macht als herkömmliche Binden. Sie liegen direkt an der Haut an und vermeiden ausgebeulte Stellen. Es gibt verschiedene Modelle mit unterschiedlichen Aufnahmestärken, und die Unterwäsche lässt sich nach Gebrauch in kaltem Wasser einweichen und dann mit der normalen Wäsche waschen. Nach dem Trocknen kann sie wiederverwendet werden. Da Periodenunterwäsche bis zu mehreren Jahren haltbar ist, reduziert sie das Abfallaufkommen erheblich. Die Notwendigkeit für Einwegbinden oder Slipeinlagen entfällt, was eine direkte Entlastung für die Abfallwirtschaft bedeutet. Darüber hinaus führt der geringere Verbrauch an Wegwerfprodukten zu einer reduzierten Nachfrage nach Rohstoffen und minimiert den ökologischen Fußabdruck der Menstruationshygiene. 

Vor- und Nachteile Periodenunterwäsche im Überblick

  • Einmalige Anschaffung, keine laufenden Kosten

  • Platzsparend auch für den Urlaub

  • Auslaufischer für einen halben Tag

  • Hoher Tragekomfort 

  • Umweltfreundlich durch mehrfaches Verwenden

  • Gibt es in allen möglichen Formen und sehen aus wie normale Unterhosen

  • Ideal zum Schlafen

  • Es kann zur Geruchsentwicklung kommen

  • Sind eher für mittlere – schwächere Tage geeignet

  • Es gibt sehr große Qualitätsunterschiede je nach Produktionsfirma 

  • Sollten vor dem Waschen in kaltem Wasser eingeweicht werden 

Abfallwirtschaftliche Vorteile von Mehrwegprodukten

Durch die Nutzung von Menstruationstassen und anderen wiederverwendbaren Hygieneartikeln kann der Abfall erheblich reduziert werden. Eine einzige Menstruationstasse ersetzt im Laufe ihrer Lebensdauer tausende Einwegprodukte, was nicht nur Restmüll spart, sondern auch die Kosten für Entsorgung und Verbrennung verringert. Weniger Müll bedeutet Umweltschonung in der Form von beispielsweise Ressourcenschonung und Reduktion von CO2-Emissionen. Zusätzlich kann durch Aufklärung über nachhaltige Alternativen und die Förderung von Mehrwegprodukten ein Bewusstseinswandel in der Gesellschaft erzielt werden. Eine nachhaltige Periodenversorgung trägt nicht nur zur Ressourcenschonung bei, sondern auch zu einer nachhaltigeren Abfallwirtschaft. 

Fazit

Trotz der vielen umweltfreundlichen Alternativen greifen immer noch viele Menschen zu den klassischen Einwegprodukten. Doch egal, ob Tasse, Scheibe oder Unterwäsche – alle Mehrwegprodukte sind nicht nur umweltfreundlicher, sondern bieten auch mehr Komfort. Die Periode ist für viele eine körperliche Herausforderung, da sollte die Wahl der Hygieneprodukte zumindest so einfach wie möglich sein. 

Quellenverzeichnis und Studien

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